Werkzeugkiste

«Wie du atmest, so lebst du.»

Andreas Tenzer

Achtsamkeit

Achtsamkeit bedeutet, auf eine bestimmte Art aufmerksam zu sein: bewusst – im gegenwärtigen Augenblick – und ohne zu bewerten. Mit Achtsamkeit übt man, die Phänomene im Inneren des Körpers (Psyche und Physis) und die Erscheinungen im Äusseren (vor)urteilsfrei wahrzunehmen. Man hält inne, betrachtet Gedanken, Gefühle, Emotionen und Körperempfindungen und übt, sich von diesen nicht mitreissen zu lassen. Durch diese Übung entsteht ein Raum zwischen der komplexen Wechselwirkung von Gedanken, Gefühlen, Körperempfindungen und Handlungen/Reaktionen, den wir nutzen können, um uns für Alternativen zu entscheiden oder diese auszuprobieren. Achtsamkeit lädt dazu ein den Autopilot auszuschalten und das Steuer selbst wieder in die Hand zu nehmen.

Bewusstes Atmen

Der Atem ist Ausdruck der individuellen Persönlichkeit und Lebenshaltung. Der Atem verbindet uns laufend mit der Aussen- und Innenwelt. So reagiert der Atem unmittelbar auf jegliche Impulse vom Innen, wie vom Aussen. Beim bewussten passiven Atem wenden wir uns dem eigenen Atemgeschehen zu. Wir beobachten und lassen zu. Beim bewussten aktiven Atem beeinflussen wir das eigene Atemgeschehen. Beides bedarf Übung an Hingabe, Achtsamkeit, Sammlungs- und Empfindungsfähigkeit und erschliesst neue Handlungs- und Bewusstseinsräume.

Körperarbeit

Achtsame Körperarbeit fördert den Kontakt zum eigenen Körper. Durch gezielte Übungen wird der Körper besser wahrgenommen. Gute körperliche Wahrnehmung ist eine wichtige Voraussetzung, eigene Bedürfnisse zu merken und auszudrücken und eine innere Balance zu finden. Achtsame Körperarbeit hilft, Anspannung und Stress zu regulieren und die Stimmung positiv zu beeinflussen. Die Atembewegung kann sich bei entsprechender Durchlässigkeit – Wohlgespannter Muskulatur, freien Gelenken, elastischen Geweben – im ganzen Körper ausbreiten.

Selbstmitgefühl

Selbstmitgefühl leben heisst, eine bewusste Entscheidung zu treffen, die eigenen Empfindungen, Gefühle und Gedanken im gegenwärtigen Moment zu erleben, wie sie sind. Das bedeutet, dass ich versuche, mich dem Schmerzhaften zu nähern, mich behutsam dafür öffne, es aushalte und halte. Darüber hinaus meint das nicht nur das Annehmen eines Gefühls oder Gedankens, sondern dass ich die Person akzeptiere und verstehe, die diese Dinge erlebt: Wir nehmen uns in unserem Schmerz an und mühen uns nicht länger damit ab, uns besser zu fühlen, sondern entwickeln Zuneigung zu uns selbst. Wir fangen an, uns liebevoll zu umsorgen, weil wir gerade einen schmerzhaften Moment durchleben.  Dabei werden sogenannt negative Gefühle nicht einfach durch positive ersetzt, sondern positive Emotionen werden ermöglicht, indem die negativen angenommen werden.